Klimaklassen & Umgebungstemperatur – Hinweise und Tipps für Kühlschrank & Gefrierschrank

Bereits vor dem Kauf von Kühlschränken und Gefriergeräten sollte man die Klimaklasse mitberücksichtigen. Denn die Klimaklasse bestimmt, in welcher Umgebungstemperatur das Kühl- oder Gefriergerät am effektivsten arbeitet. Es werden vier Klimaklassen unterschieden:

– Geräte der Klimaklasse SN (erweitert- oder Sub-Normal) arbeiten am besten in einer Umgebungstemperatur zwischen 10 und 32 °C.
– Geräte der Klimaklasse N (Normal) arbeiten optimal in einer Umgebungstemperatur zwischen 16 und 32 °C.
– Geräte der Klimaklasse ST (Subtropen) arbeiten ideal in einer Umgebungstemperatur zwischen 18 und 38 °C.
– Und Geräte der Klimaklasse T (Tropen) sind für Umgebungstemperaturen zwischen 18 und 43 °C bestimmt.

Wie funktioniert das „Kühlen“? Das Kühl- oder Gefriergerät besitzt einen Temperaturfühler im Thermostat. Das Thermostat ist vom Hersteller mit Ein- und Ausschaltpunkten für bestimmte Temperaturen im Kühlraum eingestellt worden. Beim Überschreiten einer bestimmten Temperatur (der Einschalttemperatur) im Kühlraum wird der Kompressor automatisch zum „Laufen“ gebracht und das Kühl- oder Gefriergerät wird wieder auf „Betriebstemperatur“ heruntergekühlt. Die optimale Temperatur wird immer innerhalb einer bestimmten, gleich bleibenden Zeit erreicht. Ist die Temperatur erreicht, schaltet sich der Kompressor automatisch wieder ab. Dieser Vorgang geschieht in regelmäßigen Abständen. So arbeitet das Kühlgerät, wenn es in der optimalen Umgebungstemperatur steht.

Kühl- oder Gefriergeräte der Klimaklasse SN brauchen eine kontinuierliche „Wärmezufuhr“, damit das Kühl- oder Gefriergerät „denkt“, es steht wärmer. Auf diese Weise ist es möglich, SN-Geräte auch bei mindestens 10°C Umgebungstemperatur aufzustellen. Dies wird erreicht, indem am Thermostat zusätzlich eine kleine Heizung installiert wurde. Oder, es erübrigt sich bei SN-Kühlschränken die Frage: „Brennt im geschlossenen Kühlschrank das Licht?“. Ja, denn in SN-Kühlschränken ohne Heizung brennt das Licht auch im geschlossenen Kühlschrank, um genügend Wärme abzugeben.

Was passiert, wenn das Kühl- oder Gefriergerät in einem kälteren Raum aufgestellt wird? Die Umgebungstemperatur wirkt immer auf den Kühlraum ein. In einer kälteren Umgebung, als die Klimaklasse angibt, kann sich der Kühlraum nicht genügend „erwärmen“, was den Kühlprozess in Gang setzen würde.

Versucht man diesem Geschehen durch Verstellen des Reglers entgegenzuwirken, kann man einen Teilerfolg erzielen. Die Temperatur sinkt dann bei gleichzeitig steigendem Energieverbrauch. In einem Kühlschrank mit Gefrierfach kann dieses auch dazu führen, dass es im Kühlraum des Kühlschranks gefriert. Aber ein zu „kalter“ Standort des Kühlschranks oder Gefrierschranks führt über kurz oder lang dazu, dass das Schmiermittel im Kompressor seine Eigenschaften verändert und dadurch das Kühl- oder Gefriergerät insgesamt beschädigt wird (Kühlleistungsverlust).

Es ist daher äußerst wichtig, das Kühlschränke und Gefrierschränke immer in der Umgebungstemperatur ihrer Klimaklasse aufgestellt werden. Für die Klimaklassen SN, N, ST und T ist das in der Regel die Küche. Räume, wie Keller oder andere unbeheizte Räume sowie frostgefährdete Fußböden fallen meistens nicht darunter.

3 Gedanken zu „Klimaklassen & Umgebungstemperatur – Hinweise und Tipps für Kühlschrank & Gefrierschrank“

  1. Wieso ist das so? (Zitat):
    “ Die “Nichtkühlen-Zeiten” dehnen sich aus. Springt der Kompressor an, arbeitet er genauso lang wie er sonst auch arbeiten würde. Das führt langfristig dazu, dass die Temperatur im Kühlraum steigt. „(Zitat-Ende)

    Der Thermostat mißt/fühlt doch keine Zeit(spanne) sondern Temperatur.
    Und er würde den Kompressor nicht nach einer „genau so langen Zeit“ wieder abschalten, sondern bei Erreichen der am Regler (vor)eingestellten Temperatur – oder?

    Wäre schön, wenn mir das jemand plausibel erklären könnte. – Vielen Dank.

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